Reichstag oder Hofbräuhaus –
Berlin und München liefern sich Kopf an Kopf-Rennen
München, 24. Januar 2007 – „Leben in München und feiern in Berlin“ – so lautet eines der zentralen Ergebnisse des aktuellen Anholt City Brands Index (CBI). Bei der weltweiten Online-Untersuchung zum Image von Städten wurden in 20 Ländern 15.225 Menschen nach ihrer Meinung zu 60 Großstädten befragt. Zusammen mit GMI (Global Market Insite, Inc.), einem Anbieter von Komplettlösungen für die globale Marktforschung, verglich Regierungsberater Simon Anholt die Städte dabei in den Kategorien Bekanntheit und Bedeutung, Lebensqualität, Potenzial, Lifestyle, Bevölkerung und Infrastruktur. Die bayerische Landeshauptstadt und die Bundeshauptstadt lieferten sich in der Endabrechnung ein Kopf an Kopf-Rennen, das Berlin knapp für sich entscheiden konnte: Die Stadt an der Spree belegt Rang 17, die Stadt an der Isar Rang 21 – noch vor Städten wie Tokio, Las Vegas und Hong Kong. An der Spitze platzierten sich Sydney, London und Paris.
„Insgesamt ist das Image von Berlin verbesserungswürdig“, meint der Autor des CBI-Berichtes Simon Anholt. „Die Tatsache, dass die Hauptstadt der Bundesrepublik nur knapp vor der bayerischen Landeshauptstadt liegt, kann man nun entweder als Auszeichnung für München oder als Ohrfeige für Berlin verstehen. Bemerkenswert ist allerdings, dass europäische Hauptstädte wie London, Paris und Rom scheinbar in einer anderen Liga spielen als Berlin.“ Auch Barcelona, Genf, Amsterdam und Madrid liegen in der Endabrechnung noch vor den beiden deutschen Metropolen.
Zwar liegen die beiden Großstädte in der Schlussrechnung nah bei einander, wirft man jedoch einen Blick auf die einzelnen Kategorien, so offenbaren sich teilweise große Unterschiede. In der Rubrik „Bekanntheit und internationale Bedeutung“ schaffte es Berlin auf den sechsten Rang, hinter Rom und noch vor Tokio und Moskau. München wurde von den Befragten auf Platz 22 eingestuft. New York, London und Paris teilen sich hier das Siegerpodest. Auch was den Lifestyle betrifft, lassen die Preußen die Bayern hinter sich. Berlin errang hier Platz 17 und München Rang 24. Weltweiter Spitzenreiter ist in dieser Kategorie Paris vor Rom und London. New York landete auf Platz vier.
Weißbier statt Berliner Weiße mit Schuss
Vor Berlin platzierte sich München, was die allgemeine Lebensqualität betrifft. Die bayerische Metropole belegt in dieser Kategorie den 17. Platz. Berlin muss sich mit Rang 27 zufrieden geben. Auch wenn es darum geht, die Gastfreundschaft der Einwohner zu bewerten, lässt München (Platz 23) die Bundeshauptstadt (Platz 31) hinter sich. Die vorderen Plätze machen hier Kanada und Australien untereinander aus: Die Einwohner von Sydney, Toronto, Melbourne, Vancouver und Montréal gelten als die gastfreundlichsten Städter.
Die dritte Kategorie, in der die Bayern Berlin in die Schranken weisen, ist die Infrastruktur der Stadt. In München bekommen Krankenhäuser, Schulen, öffentlicher Personennahverkehr und das Angebot auf dem Wohnungsmarkt bessere Noten als in Berlin. Die Stadt an der Isar platziert sich hier auf Rang 11 und somit noch vor Genf, Oslo und San Francisco. Berlin landet hinter London und noch vor Dublin auf Platz 22.
Praktisch gleichauf liegen München und Berlin schließlich in der Kategorie „Potenzial“, in der die Befragten die wirtschaftlichen Voraussetzungen der Stadt, die Qualität als Bildungsstandort und den Arbeitsmarkt bewerten. München belegt in dieser Sparte den 23. Platz und Berlin hinter Tokio Rang 25. London, New York und Sydney stehen hier auf dem Siegerpodest, gefolgt von Boston und San Francisco.
Eine Kurzfassung des CBI-Reports steht unter www.citybrandsindex.com/report.asp zum Downloaden bereit.
Über den Anholt City Brands Index
Im ersten Anholt City Brands Index (CBI) vom Dezember 2005 wurden 30 Städte weltweit verglichen. In der Ausgabe von 2006 wurde die Zahl der Städte auf 60 erhöht. Der Index ist eine Zusammenfassung der Ergebnisse einer Umfrage unter 15.255 Männern und Frauen aller Einkommensgruppen zwischen 18 und 64 Jahren. Die Studie wurde zwischen 14. November und 27. Dezember 2006 auf der GMIpoll-Plattform durchgeführt. In jedem der 20 Länder wurden stichprobenartig 200 bis 1.000 Personen befragt, ausgewählt nach Alter, Geschlecht und wenn geeignet, Region sowie Herkunft.
In folgenden Ländern wurde der CBI durchgeführt:
Australien, Brasilien, Kanada, China, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Korea, Malaysien, Mexiko, Niederlande, Neuseeland, Polen, Russland, Spanien, Großbritannien und den USA. Für weitere Informationen über die Anholt City Brands Index-Methodologie wenden Sie sich bitte an GMI (Global Market Insite, Inc.) per Email: info@gmi-mr.com oder informieren Sie sich im Internet unter: www.citybrandsindex.com.
Über Simon Anholt
Simon Anholt ist eine weltweit anerkannte Autorität auf dem Gebiet des Markenimage von Nationen, Regionen und Städten. Er ist Mitglied der britischen Regierungskommission Public Diplomacy Board und unabhängiger Berater für rund 20 weitere nationale, regionale und städtische Regierungen für Markenstrategie und Staatsdiplomatie. 2005 entwickelte Simon Anholt das Konzept des Nation Brands Index. Er ist Gründer und Herausgeber des vierteljährlich erscheinenden Journals „Place Branding and Public Diplomacy“ und Autor von „Brand New Justice“, „Brand America“ und „Competitive Identity - the New Brand Management for Nations, Cities and Regions“. Weitere Informationen über Simon Anholt erhalten Sie im Internet unter www.earthspeak.com oder per Email an speak@earthspeak.com.
Über GMI
GMI (Global Market Insite, Inc.) bietet als einziges Unternehmen ein komplettes Spektrum von integrierten Lösungen für die globale Marktforschung. Diese sind auf Marktforschungsunternehmen sowie unternehmensinterne Marktforschungsabteilungen von Global 2000-Unternehmen zugeschnitten. Zum Lösungsangebot von GMI gehören die Software-Suite Net-MR, mit der sich Forschungsprojekte während der gesamten Projektlaufzeit organisieren und automatisieren lassen, Desktop-Analysetools, Rund-um-die-Uhr-Dienstleistungen sowie eines der weltweit größten Umfragepanel mit doppeltem Opt-in, das mehr als sechs Millionen Verbraucher in über 200 Ländern umfasst. Zusätzlich bietet GMI Unternehmenslösungen zur Feedback-Analyse in Echtzeit von Kunden, Partnern und Mitarbeitern. GMI, mit Hauptsitz in Seattle/Washington, wurde 1999 gegründet und unterhält Niederlassungen auf sechs Kontinenten. 2006 wurde das Unternehmen an 93. Stelle des Inc. 500 geführt, einer Auflistung des Inc. Magazine der am schnellsten wachsenden Privatunternehmen in den USA. In den Deloitte Technology Fast 50 für Washington State liegt GMI auf dem vierten Rang und an 105. Stelle in Deloitte’s Technology Fast 500 für Nordamerika.
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